Yuveo Klinik

Basaliom – weißer oder heller Hautkrebs

Das Basaliom ist auch unter den Begriffen Basalzellkarzinom und Basalzellepitheliom bekannt. Wie im Namen bereits enthalten, bildet es sich aus der Basalzellschicht in der Haut. Es kann vom Pathologen in weitere Unterformen eingeteilt werden:

  • Das Rumpfhautbasaliom (superfizielles Basalzellkarzinom) wächst in der Regel oberflächlich.
  • Pigmentiertes Basaliom: Es unterscheidet sich optisch durch seine braune Farbe von den anderen.
  • Noduläres (knotenförmiges) Basalzellkarzinom
  • sklerodermiformes Basalzellkarzinom
  • weitere und Mischformen

Das Basaliom wird auch oft als weißer bzw. heller Hautkrebs bezeichnet – was eher irreführend sein kann.

Es wächst zerstörend, streut (metastasiert) in der Regel nicht. Unbehandelt zerstört es insbesondere im Kopf- und Hals-Bereich wichtige Strukturen und kann so zum Tod führen. Werden oberflächliche Strukturen zerstört, spricht man vom Ulcus rodens, sind tiefe Strukturen betroffen, vom Ulcus terebrans.

Wie entsteht das Basalzellkarzinom?

Das Basalzellkarzinom entsteht überwiegend im Zusammenhang mit einer erhöhten UV-Einstrahlung durch die Sonne oder durch das Solarium. Betroffen ist insbesondere der helle nordische Hauttyp, der gekennzeichnet ist durch: blasse Haut, blaue Augen, blonde oder rote Haare. Solche Menschen werden bei Sonneneinstrahlung primär rot statt braun.

Allerdings spielen auch genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Das Basaliom tritt familiär gehäuft auf.

Auch Arsen und eine Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem abschwächen (Immunsuppressiva) können einen hellen Hautkrebs begünstigen.

Statistik

  • Der weiße Hautkrebs tritt in 80% der Fälle im Bereich Kopf / Hals auf.
  • Ein streuen (metastasieren) ist extrem selten und nur in Einzelfällen beobachtet worden.
  • In Australien ist das Basaliom die häufigste Krebsform.
  • In Deutschland erkranken pro Jahr ca. 100 von 100000 Menschen.
  • Das Durchschnittsalter der Erkrankten liegt bei 60 Jahren, wenngleich der helle Hautkrebs auch bei deutlich jüngeren Menschen auftreten kann.

Wie erkenne ich ein Basaliom?

Der weiße Hautkrebs kann abhängig von der Unterart und dem Stadium sehr verschieden aussehen. Einige Formen (Rumpfhautbasaliom) zeigen sich nur durch eine Rötung, die nicht mehr weggeht. Das sklerodermiforme Basaliom imponiert oft durch eine Rötung mit einer Schuppung und kann mit einem Ekzem verwechselt.

Typisch ist oft der sogenannte Perlschnursaum, der den Rand bildet. Insgesamt stellt sich das Basaliom oft als kraterartige Hautveränderung dar, die zentral nässt.

Für die Lokalisation sind die Körperstellen typisch, die in besonderem Maße der Sonne ausgesetzt sind: Kopf, Hals Schulter, Unterschenkel.

Das fortgeschrittene Stadium zeigt sich durch Defekte und Zerstörung. Manchmal müssen hier im Rahmen der Operation Nase, Augen, Mittelgesicht und andere Bereiche entfernt werden.

Die Diagnose wird vom Plastischen Chirurgen durch das Erscheinungsbild gestellt.

Um einen kleinen Eindruck zu bekommen über die vielen Erscheinungsbilder dieser Hautkrebs-Art klicken Sie auf Basaliom-Bilder.

basaliom-basalzellkarzinom

 

Bild: Typisches Basaliom am Kieferwinkel mit Perlschnursaum, Kraterbildung und Verkrustung.

Sollte die Basaliom-Entfernung operativ erfolgen?

Die Standardbehandlung für das Basalzellkarzinom ist die Entfernung durch eine Operation in der Yuveo Klinik Düsseldorf und Begutachtung vom kooperierenden Pathologen am Mikroskop.2

Neben der Operation gibt es aber eine Reihe weiterer Behandlungsmöglichkeiten:

  • Strahlentherapie: Sie bietet sich an bei inoperablem Basaliom oder inoperablen Patienten.
  • Kürettage: Kann bei oberflächlichem Hautkrebs dieser Form erfolgreich sein. Eine Kontrolle des Schnittrandes durch den Pathologen ist aber nicht möglich.
  • Kryotherapie: Das Basalzellkarzinom wird mit Kälte gewissermaßen abgetötet. Das Verfahren bietet sich an bei kleinem, oberflächlichem Basaliom und älteren Patienten mit hohem OP-Risiko.
  • Lasertherapie
  • Photodynamische Therapie: Bei dieser Methode, die für das oberflächliche Basalzellkarzinom anwendbar ist, werden die Basaliom-Zellen zunächst mit einer speziellen Creme (Wirkstoff: delta-Aminolävulinsäure) lichtempfindlich gemacht und dann mit dem sog. Wood-Licht zerstört.
  • Behandlungen mit den Medikamenten Imiquimod und 5-Fluorouracil nur bei oberflächlichem Basaliom.

Allen diesen Verfahren gemein ist die Tatsache und der Nachteil, dass keine mikroskopische Untersuchung erfolgen kann. Man weiß also nicht, ob der Krebs bis ins Gesunde zerstört wurde. Weiterhin können sich nach der Oberflächentherapie (Laser, Kürettage = Ausschabung, Salben) Problemzonen entwickeln, die in der Tiefe weiterwachsen.

Wie wird die Basaliom-Operation durchgeführt?

Ziel der Operation ist die komplette Entfernung des Tumors. Wird dies von der pathologischen Untersuchung bestätigt, gilt der Patient als geheilt.

Die OP bei uns in Düsseldorf kann oft in örtlicher Betäubung und ambulant erfolgen, solange noch keine tiefen Schichten betroffen sind und die Größe ein gewisses Maß nicht überschreitet.

Das OP-Prinzip besteht in der Basaliom-Entfernung mit Sicherheitsabstand und anschließender mikroskopischer Untersuchung. Der Sicherheitsabstand sollte auch bei einem kleineren Basalzellkarzinom 3-5 mm betragen – bei größerem noch mehr.

Das entfernte Basaliom wird mit einem Faden markiert, um die Orientierung zu erhalten. Sieht der Pathologe noch Ausläufer an bestimmten Stellen oder einen zu knappen Sicherheitsabstand, kann er dies dem Plastischen Chirurgen mitteilen.

Ein- oder zweizeitiges Vorgehen?

Prinzipiell kann man beide Verfahren wählen. Bei großem Basaliom, ungünstiger Lokalisation, oder Unsicherheit bei der Beurteilung der Ränder sollte der Defekt aber erst verschlossen werden, wenn der Pathologe die Entfernung mit ausreichendem Sicherheitsabstand bestätigen kann.

Das bedeutet, der entstandene Defekt wird zunächst steril verbunden oder mit Ersatzhaut gedeckt, bis der endgültige Wundverschluss erfolgt.

Beim einzeitigen Vorgehen wird der Defekt sofort verschlossen. Dies ist eine adäquate Methode bei kleinen und mittelgroßen Stadien, wenn der Verschluss operativ wenig aufwendig ist.

Defektdeckung

Das Herausschneiden der Basaliome ist nicht die Kunst sondern die anschließende Defektdeckung. Dabei stehen dem Plastischen Chirurgen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen unterschiedliche Verfahren zur Verfügung.

Im einfachsten Fall erfolgt die Defektdeckung durch die Verschiebung der Haut über den Defekt nach Lösung der Haut vom unterliegenden Gewebe.

Die wichtigste Form der Defektdeckung sind sog. Verschiebe-Schwenk-Lappen. Bei etwas größeren Defekten wird mit Hilfe verschiedenster Schnittmuster ein Hautlappen in den Defekt verschoben. (Siehe auch V-Y-Plastik)

Auch die Möglichkeit der Hauttransplantation ist für die Hautkrebs-Chirurgie nicht zu vergessen. Dabei wird die Defektdeckung erreicht, indem ein Hauttransplantat von einem anderen Bereich mit ähnlicher Qualität und Hautüberschuss in den Defekt eingefügt wird. Hier muss das Transplantat nun einheilen.

Bei sehr großen Defekten reicht die Palette von großen Schwenklappen bis zu sog. freien Lappen. Oft müssen auch Nase oder Augenhöhle rekonstruiert werden oder günstige Verhältnisse geschaffen werden, die den Epithesen gute Bedingungen bieten. Eine Epithese ist z.B. eine künstliche Nase oder ein künstliches Ohr, welche aufgesteckt werden können.

Welche Empfehlungen gelten für die Nachsorge nach der Operation?

Egal in welcher Art die Behandlung durchgeführt wurde: Eine Nachsorge im Sinne von jährlichen Kontrollen über wenigstens 3 Jahre wird von unserem Team in Düsseldorf empfohlen. Weiterhin leiten wir unsere Patienten zur Selbstuntersuchung an.

Welche Vorsorge sollte man betreiben?

Die Basaliom-Vorsorge stützt sich auf 3 Pfeiler:

  • Hautuntersuchung: eigenständig oder durch den Partner
  • Hautkrebsscreening: Vorsorgeuntersuchungen beim Hautarzt
  • Sonnenschutz: direkte Sonneneinstrahlung meiden, hohen Sonnenschutzfaktor bei Sonnenschutzcremes benutzen, Schatten suchen, Hut und Kleidung tragen

Pubmed:

Andere:

  • 4, AWMF Leitlinie – Basalzellkarzinom – Register Nr. 032/021 – Entwicklungsstufe 1 – Stand 09/2007 – nächste Aktualisierung geplant 4/2010

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