Tennisarm-Operation – Handchirurgie Düsseldorf

Der Tennisarm, von Handchirurgen auch Tennisellenbogen genannt, oder medizinisch Epicondylitis lateralis humeri, ist eine Sehnenursprungsentzündung der Unterarmstreckmuskulatur am äußeren Epicondylus (Oberarmknorren) des Oberarmknochens, an der Daumenseite des Ellenbogengelenkes. Sie entsteht meist durch eine berufliche oder sportliche (u. a. Tennis) Überbeanspruchung. Die permanente Reizung führt zu einer nichtbakteriellen entzündlichen Reaktion im Bereich der Knochenhaut (Periost). Diese Knochenhautentzündung ist im Wesentlichen für die Schmerzsymptomatik beim Tennisarm zuständig. Jedoch geht man in der Handchirurgie zusätzlich davon aus, dass eine chronische Verkrampfung der entsprechenden Muskulatur als Ursache eine bedeutsame Rolle spielt.

Beim Golferarm ist die Innenseite des Ellenbogengelenkes (Epikondylus humeri ulnaris) in ähnlicher Weise betroffen. Die Beschwerden des Golferarms können nicht selten zusammen mit einem Sulcus-ulnaris-Syndrom auftreten.

Unter RSI (Repetitive Strain Injury) verstehen wir Erkrankungen, die durch wiederkehrende Belastungen, mit der Folge von Mikroverletzungen, entstehen. Der Tennisarm und Golferarm gehören auch in diesen Formenkreis.

Synonyme: Epikondylitis humeri radialis, EHR, Epikondylitis humeri lateralis

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Unterarmmuskulatur die beim Tennisarm involviert ist
Darstellung der für den Tennisarm relevanten Anatomie

Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Muskeln vor, die am äußeren Oberarmknorren ansetzen und somit für die Tennisarm-Problematik verantwortlich sind:

  • 1. Musculus brachioradialis
  • 2. langer Handgelenkstrecker (Musculus extensor carpi radialis longus)
  • 3. kurzer Handgelenkstrecker (M. extensor carpi radialis brevis)
  • 4. Fingerstrecker (M. extensor digitorum)

Am äußeren Oberarmknorren (Epikondylus humeri radialis) entspringen mehrere Unterarmmuskeln, die für die Streckung von Hand und Finger mitverantwortlich sind. Hier entsteht der Tennisarm durch eine Reizerscheinung dieser Ursprünge.

Ellenbogengelenk Röntgenaufnahme mit Humerus, Ulna und Radius
Röntgenbild vom Ellenbogen: 1, Oberarmknochen, Humerus 2, äußerer Knorren 3, innerer Knorren 4, Speiche, Radius 5, Elle, Ulna

Beim Tennisellenbogen löst die Überbeanspruchung der Muskulatur an deren Ursprüngen einen charakteristischen Schmerz aus, der durch Druck auf den o. g. Knorren oder durch eine typische Bewegung (Streckung der Hand) provoziert werden kann. Bei der Unterarmdrehung nach außen werden ebenfalls Schmerzen beschrieben. Funktionell ist der Arm oft enorm eingeschränkt. In fortgeschrittenen Fällen können unsere Handchirurgen in Düsseldorf  eine Kraftminderung der entsprechenden Muskulatur beobachten.

Unsere Handchirurgen grenzen den Tennisarm (Epikondylitis humeri radialis) bei der Diagnostik von der Epikondylitis humeri ulnaris (Golferarm) und von anderen Krankheiten ab. Dabei müssen wir auch ein mögliches Supinator-Logen-Syndrom beachten, das manchmal zusätzlich vorhanden ist und als Tennisarm fehlgedeutet werden kann. Beim Supinatorlogensyndrom handelt es sich aber um ein Nervenkompressionssyndrom (wie auch das Karpaltunnelsyndrom, Sulcus-ulnaris- Syndrom, Loge-de-Guyon-Syndrom, …), bei dem der tiefe Ast des Speichennervs eingeengt ist. Des Weiteren können verschleißbedingte Gelenkveränderungen (Arthrose) sowie Entzündungsprozesse und Tumore dem Tennisarm ähnelnde Beschwerden auslösen.

Zu den konservativen Maßnahmen zählen folgende Bausteine: Zur Linderung der Beschwerden können unter anderem Salbenverbände beitragen. Auch Injektionen in die Muskelursprünge mit entzündungshemmenden und schmerzstillenden Medikamenten (Lokalanästhetika und Kortison) wendet unser Handchirurgie-Team an. Das Tragen einer Oberarmgipsschiene zur Ruhigstellung oder einer Tennisarm-Manschette sind weitere konservative Therapieoptionen. Weiterhin empfehlen wir, einen Versuch mit Krankengymnastik zu unternehmen, um die verkrampfte und ggf. verkürzte Unterarmstreckmuskulatur zu dehnen und zu lockern.

Dehnübungen für den Tennisarm bzw. Tennisellenbogen
Dehnübung beim Tennisarm: Bei gestrecktem Ellenbogen wird im Handgelenk gebeugt.

Wenn nach einer ca. sechsmonatigen konservativen Behandlung immer noch keine Reduktion der Tennisellenbogen-Symptome zu verzeichnen ist oder es gar zu einer Verschlechterung kommt, so ist beschwerdeabhängig eine Operation in Erwägung zu ziehen. Der Eingriff kann in der Yuveo Klinik in Düsseldorf ambulant durchgeführt werden, wenn keine Gründe (Nebenerkrankungen) dagegen sprechen. Eine i.v. Regionalanästhesie, Plexusanästhesie (Betäubung in der Achselhöhle) oder in besonderen Fällen auch eine Vollnarkose sind mögliche Anästhesieverfahren.

Operation beim Tennisarm - Tennisellenbogen-Op
Operation beim Tennisarm: Das weißliche Gewebe in der Mitte ist die Knochenhaut (Periost) des äußeren Knochens.

Vor einer solchen Operation schließen wir zunächst das sogenannte Supinator-Logen-Syndrom aus, denn dieses kann in manchen Fällen gemeinsam mit dem Tennisellenbogen auftreten. Das Supinatorlogensyndrom ist Folge einer Einengung eines motorischen Astes (Nervus interosseus posterior) des Speichennervs (N. radialis) an einer Muskelarkade (des M. supinator). Die Erkrankung kann zu Beschwerden führen, welche den Symptomen beim Tennisarm ähneln. Die Hauptschmerzlokalisation liegt aber weiter körperfern und mehr zur Mitte. Hier lässt sich vom Handchirurgen auf Druck ein Schmerz auslösen. Bei einer starken Einengung ist die Streckung im Handgelenk beeinträchtigt. Wird der Unterarm nach außen gedreht oder der Mittelfinger gegen Widerstand gestreckt, dann können wir einen Schmerz provozieren.

Wenn sich bei der Untersuchung in der Handchirurgie ein starkes Supinatorlogensyndrom zeigt, sollte bei Versagen der konservativen Behandlung eine Operation zur Entlastung (Dekompression) des Nervs in Erwägung gezogen werden. Dieser Eingriff lässt sich auch gut mit der OP beim Tennisellenbogen kombinieren.

Operationsmethode nach Hohmann

Beim Tennisarm werden am äußeren Ellenbogen (Oberarmknorren) und weiter körpernah und körperfern die Ursprünge der hier ansetzenden Muskulatur abgelöst. Dabei sollten auch die äußeren Ellenbogenbänder inspiziert werden, ohne sie zu verletzen. Manchmal lassen sich knorpelig-knöcherne Veränderungen entfernen, die sicherlich einiges zum Beschwerdebild beitragen.

Operationsmethode nach Wilhelm

Die Operation nach Wilhelm beinhaltet die Durchtrennung und Verödung kleinster Nerven, die den äußeren Ellenbogenbereich versorgen. Dieser Eingriff wird auch Denervierung genannt.
Die Kombination beider Eingriffe wird von vielen Handchirurgen bevorzugt.
Beim Golferarm wird die Operation in ähnlicher Weise an der Kleinfingerseite der Ellenbeuge durchgeführt. Wegen der Nähe des Nervus ulnaris (Ellennerv) ist hier größere Vorsicht geboten.

Auch beim Tennisarm bieten wir die minimal invasive Operation gerne an. Dabei nehmen wir einen höchstens 1 cm langen Schnitt über dem äußeren Epikondylus vor, um die Muskulatur und die Sehnenursprünge abzutrennen.

Dieses Vorgehen ist oftmals erfolgreich. Im Gegensatz dazu ist bei ausgeprägten Fällen ein ausgedehntes Vorgehen notwendig, bei welchem wir auch die Nerven am Bandapparat und die Knochenhaut bis hinunter zum Ellenknochen begutachten. Manchmal finden wir sogar Verknorpelungen, die röntgenologisch unsichtbar sind, oder Verknöcherungen als Ausdruck der chronischen Reizerscheinung, die, wenn wir sie übersehen, weiterhin Beschwerden machen können. Unser Handchirurgie-Team in Düsseldorf bevorzugt die Technik nach Hohmann und Wilhelm mit einem Schnitt, der ca. 4 cm lang ist, da bei der minimalinvasiven Methode die Übersicht zu gering ist.

Nach der Tennisellenbogen-Operation tragen Sie zur Ruhigstellung für ca. 14 Tage eine Oberarmgipsschiene. Danach können Sie mit vorsichtigen Bewegungsübungen im Ellenbogengelenk beginnen. In Abhängigkeit von der Schwere der Erkrankung und vom Heilungsverlauf ist, ist eine Krankengymnastik manchmal sinnvoll. Wir achten besonders auf eine gute postoperative Narbenpflege ist, da wegen der Ellenbogenbeweglichkeit die Narben länger gerötet und gereizt sein können als in anderen Regionen des Körpers. Schmerzen können noch viele Wochen nach der Tennisarm-Operation vorhanden sein, jedoch sollte die Qualität des Schmerzes anders sein als vor der Operation.

Im Folgenden beschreibt Ihnen unser Handchirurgie-Team in Düsseldorf die wichtigsten Komplikationen, die bei der Tennisarm-Operation auftreten können:

  • Postoperative Schwellung:
    Nach der Tennisarm-Operation ist eine leichte postoperative Schwellung normal. Sie kann durch kleinere Blutergüsse oder Wundwasserergüsse stärker ausgeprägt sein.
  • Blutergüsse und Blutungen:
    Die Ausbildung von Blutergüssen ist postoperativ eher ungewöhnlich, aber möglich. Vorsorglich sorgen wir für eine sorgfältige Blutstillung und ggf. die Einlage einer Minidrainage, die nach kurzer Zeit gezogen werden kann.
  • Narbenbildungsstörungen Tennisarm-Operation:
    Sogenannte hypertrophe Narben (oder im schlimmeren Falle Keloide) können bei Menschen mit entsprechender Störung gelegentlich auftreten. Wenn wir diese rechtzeitig erkennen, können wir Gegenmaßnahmen ergreifen, die leider nicht immer erfolgversprechend sind.
  • Verletzung benachbarter Strukturen (selten):
    Bei extrem ausgedehnter Operationstechnik können Äste des Nervus radialis (Speichennerv) verletzt werden, was eine Funktionsreduktion oder einen Funktionsverlust der von ihm innervierten Muskeln bedeuten kann. Daher arbeiten wir bei handchirurgischen Operationen mit Lupenbrille. Dieser Eingriff erfordert von unseren Handchirurgen ebenfalls fundierte mikrochirurgische Kenntnisse, um im Falle einer Nervenverletzung in der Lage zu sein, um im Falle einer Nervenverletzung in der LÖage zu sein, diesen auch wieder mikrochirurgisch nähen zu können!
  • Infektionen:
    Das Risiko für Infektionen können wir durch hochsteriles Arbeiten gering halten.
  • Hautgefühl im Bereich der Narbe:
    Über eine Verschlechterung des Gefühlsempfindens oder eine Taubheit im Bereich der Narbe klären wir Sie auf. Nicht selten fühlt sich die Haut in Narbennähe nach der Tennisellenbogen-Operation gefühlslos oder gefühlsarm an. Wenn diese über ein Jahr bestehen bleibt, ist eine Verbesserung nicht mehr zu erwarten.
  • Aufreißen der Wunde / Naht:
    Wenn der Gips postoperativ getragen wird, ist ein Aufreißen der Naht nicht möglich.
  • Wundwassererguss = Serom:
    Da bei der Tennisellenbogen-Operation viel mit Strom koaguliert werden muss, kann gelegentlich bei zu aggressiver Mobilisation ein sog. Wundwassererguss in der Wunde entstehen. Die Behandlung in der Yuveo Klinik in Düsseldorf erfolgt durch Wickelung, Ruhigstellung und ggf. durch Punktion.
  • Beschwerdepersistenz und Rezidiv:
    Leider kann selbst nach einer Operation ein Tennisarm-Rezidiv oder eine Neuerkrankung auftreten. Daher klärt Sie unser Düsseldorfer Team über diese Möglichkeit auf.
  • Auf das Risiko der Narkose / Betäubung gehen wir hier nicht ein.