Wadenkorrektur

In diesem Beitrag finden Sie Informationen zur operativen und nichtoperativen Wadenkorrektur. Welche Formen der Waden-OP gibt es und welche Gründe können den Wunsch einer Wadenkorrektur zur Folge haben?

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Wadenvergrößerung bei schmalen Waden
Auf den Bildern können Sie unterschiedliche Wadenformen erkennen: bei Magersucht, familiär geringer Ausprägung, Normalsituation, muskuläre Waden und Fettsucht bzw. Lipödem.

Die Gründe für eine Wadenkorrektur, auch Wadenplastik genannt, können genetisch zu klein oder zu groß angelegte Waden sein. Es kann sich um Muskelveränderungen oder um Fettansammlungen handeln. Eine Fehlbildung der Waden kann ihre Ursache auch in verschiedenen Erkrankungen haben und gerade in diesen Fällen extreme Formen annehmen, welche auch mit einer starken Asymmetrie verbunden sein können. Zu diesen Erkrankungen mit der Folge einer muskulären Veränderung der Wade gehören:

  • Klumpfuß
  • spastische Lähmung
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • Knochenentzündung (Osteomyelitis)
  • Verletzungen, wie Verbrennungen, ausgedehnte Quetschungen, Knochenbrüche und Nervenverletzungen mit Muskelschwund (Muskelatrophie).
  • lokalisierte Adipositas
  • generalisiertes Übergewicht
  • Lipödem (Form der Lipomatose)

In vielen Fällen hat die Motivation zur Wadenkorrektur einen rein ästhetischen Charakter. Die Waden werden als viel zu klein oder zu groß empfunden. Ist der Befund plausibel und geht dieses mit einem deutlichen psychischen Leidensdruck und ggf. mit Einschränkungen in sozialer Hinsicht einher, so kann eine Wadenkorrektur eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität bedeuten.

Heute gibt es verschiedene Verfahren, die in geübter Hand, bei geringem Komplikationsrisiko, zu guten bis sehr guten Ergebnissen führen (siehe auch Literaturangaben).

Waden-Op: Waden verkleinern
Häufig führt eine Fettverteilungsstörung zu den als zu wuchtig empfundenen Waden bzw. Unterschenkeln.

Bevor man über eine operative Wadenkorrektur nachdenkt sollte man sich vergewissern, ob die Veränderung durch eine Muskelmassenvermehrung oder durch eine Fettverteilungsstörung verursacht ist. Beim Zusammenkneifen von Haut und Unterhautfettgewebe kann dieses leicht festgestellt werden. Das, was man zwischen den Fingern greifen kann, ist Fettgewebe. Handelt es sich um nur 0,5 – 1 cm, so ist bei einer zu groß angelegten Wade eine Wadenkorrektur durch Fettabsaugen sinnlos, da es sich um eine Muskelhypertrophie handelt.

 

Die natürliche Form der Wadenkorrektur kann durch Sport bzw. Sportkarenz erreicht werden. Der Zehenspitzenstand mit und ohne Gewichten, Treppensteigen, Bergwandern, Sprinten, u. a. sind typische Trainingsformen, mittels derer die Wadenmuskulatur aufgebaut werden kann. So sollte man bei klein angelegten Waden das Wadentraining intensivieren. Bei zu groß angelegten Waden sollten diese Übungen vermieden werden.

Wenn die im letzen Absatz beschrieben Änderungen sportlicher Aktivitäten oder das Diäten bei Fettwaden nicht zu einem zufriedenstellenden Ergebnis führen und der Leidensdruck groß ist, oder wenn es sich um krankhafte Veränderungen mit entsprechendem Leidensdruck handelt, bestehen folgende Wadenkorrektur-Optionen:

  • Fettabsaugen: Bei Fetteinlagerungen des Unterschenkels können sowohl die Waden als auch die Fesseln korrigiert werden.
  • Wadenverkleinerung am Wadenmuskel: Die effektivste Methode ist die Entfernung eines Wadenmuskels (M. gastrocnemius). Etwas weniger effektiv ist dessen Teilentfernung. Eine weitere Option ist die Denervierung dieses Muskels. Diese invasiven Formen der Wadenkorrektur und die Btx-Behandlung zur Verkleinerung der Wade haben keinen langfristigen Einfluss auf die Funktion, da es sich trotz seines Volumens nur um einen Hilfsmuskel handelt, dessen Aufgaben von anderen Muskeln übernommen werden können.
  • Wadenvergrößerung: Der operative Wadenaufbau ist mittels Wadenimplantat, mittels Hyaluronsäure (Haltbarkeit ca. 1,5 Jahre) oder Eigenfetttransplantation möglich.

Die Form der Nachbehandlung kann hier nicht pauschalisiert werden, da Sie von der jeweiligen Wadenkorrektur abhängt. Selbst bei der Fettabsaugung muss man die Sportkarenz und die Notwendigkeit von Kompressionsware von dem Ausmaß des Eingriffes abhängig machen. Weitere Infos zur Nachbehandlung finden Sie in den entsprechenden Beiträgen.

Fettabsaugung Unterschenkel Waden Fesseln

Zu den verschiedenen Verfahren der Liposuktion finden Sie Details im Übersichtbeitrag zum Thema Fettabsaugen.

Die Fettabsaugung an den Unterschenkeln stellt eine besondere Herausforderung dar. Daher bieten nur wenige Plastische Chirurgen diesen Eingriff an. Dieses gilt auch für die Liposuktion am/an Achselfett, Gesicht und Wangen und auch am Knie.

Fettpolster am Unterschenkel

Viele Frauen beklagen Fettpölsterchen an den Unterschenkeln (Waden und / oder Fesseln). Insbesondere wenn es sich um schlanke Frauen handelt, kann der Leidensdruck gerade wegen des sonst normalen Erscheinungsbildes groß sein.

Bei extrem starken Unterschenkeln bzw. Waden handelt es sich nicht selten um ein sog. Lipödem, welches sich bis zu den Hüften ausbreitet und mittels Fettabsaugung in vielen Fällen hervorragend behandeln lässt.

Wann macht Fettabsaugen an den Waden und den Fesseln Sinn?

Die Indikation zum Fettabsaugen an den Waden und Fesseln ist dann gegeben, wenn es sich bei der Ursache stämmiger Unterschenkel um Fettansammlungen handelt. Es ist sehr wichtig, internistische Erkrankungen / Allgemeinerkrankungen auszuschließen. Bei Wassereinlagerungen (Ödeme), welche oft infolge eines Herzleidens oder einer Nierenschädigung u. a. auftreten, ist das Fettabsaugen nicht die Methode der Wahl! Hier gilt es, die Grunderkrankungen zu therapieren.

Besonders wichtig ist aber auch die Überprüfung des Muskelanteils der Wade. Bei einigen Frauen liegt ein genetisch vergrößerter Wadenmuskel vor, bei nur wenig Fettgewebe und meist schlanken Fesseln. Eine Fettabsaugung macht in solchen Fällen am Unterschenkel keinen Sinn. Es muss dann über andere Möglichkeiten der Wadenkorrektur nachgedacht werden. Eine Wadenverkleinerung am Muskel kann operativ mit Btx oder in geringem Maße durch Reduktion der Belastung und Beanspruchung erfolgen.

Welche Besonderheiten der Fettabsaugung am Unterschenkel sind zu beachten?

Wenn sich eine deutliche Fettschicht tasten lässt und der Wadenmuskel normal groß ist, lassen sich durch eine Fettabsaugung am Unterschenkel gute und sehr gute Ergebnisse erreichen. Eine zu starke Ausdünnung kann jedoch zu Unregelmäßigkeiten der Hautoberfläche führen, insbesondere wenn Kanülen mit großem Durchmesser benutzt werden. Auch sind einige Nerven zu beachten, die relativ oberflächlich verlaufen (z. B. N. Suralis). Die Fettansammlungen am Unterschenkel können sich auf einige Bereiche beschränken oder generalisiert auftreten (Waden oder Fesseln oder Polster unterhalb des Knies). Diese Lokalisationen sollten bei der Fettabsaugung Berücksichtigung finden. In der Regel kommt man mit 2 – 4 Einstichstellen pro Seite gut aus.

Wie erfolgt die Nachbehandlung der Fettabsaugung am Unterschenkel?

Wie nach jeder Fettabsaugung ist auch bei der Korrektur der Unterschenkel bzw. der Wade und der Fesseln eine postoperative Kompressionstherapie (Kompressionsstrumpf) und eine gewisse Schonung für ca. 6 Wochen zu empfehlen. Beim Fettabsaugen am Unterschenkel ist eine suffiziente Kompression und Hochlagerung besonders wichtig.

Insbesondere in den ersten Tagen sind Schmerzmittel und abschwellende Maßnahmen sinnvoll. Werden die Einstichstellen vernäht, so können die Fäden im Allgemeinen nach ca. 1 Woche entfernt werden. Je nach Ausmaß der Fettabsaugung  sollten Sportarten, die zu Bewegungen und Belastungen der Unterschenkel führen, 6 Wochen lang gemieden werden.

Nach der Fettabsaugung beim Lipödem können oft enorme Schwellungen auftreten, die ein deutlich längeres Tragen der Kompressionsware erforderlich machen (bis 3 – 6 Monate).

Quellen:

  • Plastic Surgery – Mathes – 8 Volumes – Saunders; Auflage: Uitgawe – 2005
  • Ästhetische Chirurgie – Lemperle, von Heimburg – Ecomed – 2008 – (Ringbandwerk)
  • Ästhetische Chirurgie Video I: Lokalanästhesie und Oberflächliche Fettabsaugung von Gottfried Lemperle von ecomed – 2001
  • Ästhetische Chirurgie Video IV: Ultraschall-Fettabsaugung und CO2-Laserbehandlung von Gottfried Lemperle von ecomed – 2003