Ohren anlegen

Die Ohrenanlegung ist ein Eingriff mit geringem Aufwand, aber großer Wirkung für die Ästhetik des Gesichtes.

Der Grund für einen Behandlungswunsch sind abstehende Ohren. Abgesehen von der Anlegung der Ohren können auch sehr große Ohren oder verschiedene Ohrdeformitäten (angeboren oder durch Verletzungen erworben) eine Ohrenkorrektur wünschenswert machen. Dementsprechend können folgende Operationen unterschieden werden:

  • Die klassische OP zum Anlegen der Ohren heißt Ohrmuschelanlegeplastik (kurz OMAP) und ist die am häufigsten angewendete Form der Ohrenkorrektur.
  • Die Ohrverkleinerung wird bei ähnlichem operativem Aufwand deutlich seltener durchgeführt. Die Ohrverkleinerung kann, wie auch die folgenden Korrekturen, mit der Ohranlegung kombiniert werden.
  • Unter der Ohrläppchenkorrektur versteht man die Verkleinerung oder Formung des Ohrläppchens.
  • Die Ohrrekonstruktion beinhaltet teils sehr aufwendige Techniken mit Hilfe von Rippenknorpeltransplantation und wird hier nicht weiter beschrieben.

Beim Säugling ist übrigens kurz nach der Geburt eine Ohrenanlegung ohne Operation möglich. Näheres finden Sie im Abschnitt: Ohren anlegen ohne Operation. Wenige Wochen nach der Geburt ist dieses wegen der härteren Knorpelstruktur nur durch eine Operation zu bewerkstelligen. Da das Ohr ab dem 6. Lebensjahr nur noch in geringem Maße weiterwächst, bietet sich bei Kindern ein Anlegen der Ohren im 5. Lebensjahr an, bevor die Hänseleien in der Schule beginnen.

Abstehende Ohren heißen in der Medizin Apostasis otum.

Abstehende Ohren treten familiär gehäuft auf und sind in der Medizin unter den Begriffen Apostasis otum und Otapostasis bekannt. Sie gehören zu den geringgradigen Fehlbildungen (Dysplasie Grad I) des Ohres. Das Korrigieren abstehender Ohren erfolgt mittels Ohrmuschelanlegeplastik = OMAP (Synonyme: Otopexie, Otoplastik, Anthelixplastik, u. a.). Ely hat diese als Erster im Jahre 1881 beschrieben. Wegen des Fehlens moderner Narkosetechniken, waren solche Eingriffe damals ein Abenteuer für den Arzt und insbesondere für den Patienten.

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Ohr Anatomie
Die für das Anlegen der Ohren wichtigen Landmarken sind farbig dargestellt: grün: Helix – blau: Anthelix – rot: Ohrmuschel (Concha) – violett rechts: Tragus – gelb: Antitragus – violett links: Scapha

Das Anlegen der Ohren kann ambulant in örtlicher Betäubung durchgeführt werden, evtl. mit zusätzlichem Dämmerschlaf. Eine Vollnarkose ist üblich bei der Ohrenkorrektur von Kindern, ängstlichen Jugendlichen und Erwachsenen. Vor dem Eingriff müssen die Haare und Ohren gründlich gewaschen werden. Nach der Operation wird nur für 2 bis 3 Tage ein größerer Verband angelegt.

Vor dem Anlegen der Ohren muss zunächst entschieden werden, in welchem Ausmaß diese erforderlich ist:

  • Ohrenkorrektur im Sinne einer Ohranlegung durch Bildung der fehlenden mittleren Ohrmuschelfalte (Anthelixfalte).
  • Drehung der Ohrmuschel, um diese kleiner wirken zu lassen.

Eventuell sind auch folgende Maßnahmen angebracht:

 

Das Anlegen der Ohren kann mit verschiedenen Techniken durchgeführt werden. Lesen Sie zu diesem Thema auch den Beitrag Ohrkorrektur-Methoden.

Hier wird nun eine Option vorgestellt: Es wird ein ca. 4 cm langer Schnitt an der Ohrmuschel hinter dem Ohr angelegt und der Knorpel freigelegt. Danach muss der Ohrknorpel an der Stelle, an der die Falte zu bilden ist, an der Vorderseite mit einer feinen Raspel geschwächt werden. Dieses ist für ein stabiles Ergebnis beim Anlegen der Ohren wichtig. Das kann über den oben beschriebenen Schnitt oder über einen weiteren 3 bis 4 mm großen Schnitt an der Ohrvorderseite geschehen. Die Knorpelnähte können nun in gewünschter Stellung angelegt werden. Dies erfolgt mit mehreren speziellen Rückstichnähten. Die meisten Plastischen Chirurgen verwenden durchsichtige nicht selbstauflösende Fäden, um die Position langfristig zu erhalten. Vor allem sollen Fadenreaktionen mit Rötung, Schwellung und Schmerzen am Ohrknorpel verhindert werden, die infolge des Abbaus des Fadens durch den Körper entstehen können. Diese Beschwerden können dann mehrere Wochen nach dem Anlegen der Ohren auftreten. Obwohl sich selbstauflösendes Nahtmaterial erst nach mehreren Monaten auflöst, so verlieren deren Knoten bereits deutlich früher an Stabilität.

Schnitt beim Ohren anlegen
Am Ohr ist das Hautareal aufgehellt dargestellt, welches im Rahmen der Ohrenkorrektur entfernt wird. Die weiße Linie stellt die Schnittführung nach der Operation dar. Die Länge dieses Schnittes ist in Abhängigkeit vom Ausmaß der Ohrfehlbildung sehr variabel.
Ohrkorrektur mit Schnitt vor dem Ohr
Schnittführung der seltener angewendeten Form der Ohrkorrektur von vorn. Aufgehellt dargestellt ist der Bereich der Hautablösung. Die blaue Linie stellt den Schnitt dar.

Das Anlegen der Ohren muss erweitert werden, wenn es sich um eine Ohrmuschel mit großer Basis (Concha) handelt. Je nach Größe der Ohrmuschel gibt es u. a. folgende Möglichkeiten:

  • Ohrkorrektur bei leicht vergrößerter Concha:
    Hier lässt sich die im letzten Absatz beschriebene Operationsmethode durch ein oder zwei kräftige Nähte zwischen der Basis der Ohrmuschel und der Knochenhaut am Fortsatz des Schläfenbeins (Os Mastoideum, Mastoid) ergänzen. Letzteres ist der knöcherne Wulst, den man hinter dem Ohr ertasten kann. Er wird auf Deutsch Warzenfortsatz genannt. Durch die Naht kann man die Ohrmuschel in Richtung Knochen drehen (Concharotation). Bei einer zu starken Rotation ist selten eine Einengung des Gehörganges mit folgender Verschlechterung des Hörvermögens möglich. Dies kann bei der Ohrkorrektur vermieden werden, wenn bei einer großen Ohrmuschelbasis das folgende Verfahren zur Anwendung kommt.
  • Eine Knorpelentfernung wird bei einer großen Ohrmuschel (Concha) durchgeführt.
    Das Anlegen der Ohren mit der Entfernung eines Knorpelteils muss bei großer Ohrmuschelbasis gewählt werden. Die Ohrmuscheldrehung ist hier nicht ausreichend. Über den beschriebenen Zugang wird ein schmaler spindelförmiger Knorpelstreifen entfernt. Wenn möglich, ist auf einen zusätzlichen Schnitt auf der Vorderseite zu verzichten. Die Haut der Vorderseite sollte aber vom Knorpel gelöst werden. So kann die Haut schrumpfen und eine Hautfaltenbildung verhindert werden.
  • Ohren anlegen bei extremen Concha-Maßen:
    Hier wird das Anlegen der Ohren wie im vorigen Abschnitt erklärt durchgeführt. Jedoch ist das zu entfernende Knorpelstückchen deutlich größer. Daher lässt sich nicht auf eine zusätzliche Narbe auf der Vorderseite an der Basis der Ohrmuschel verzichten, da die Haut sonst deutlich sichtbare Falten hinterlässt. Es muss also auch Haut entfernt werden.

Bei großen Ohren (medizinisch Makrotie) können die oben aufgeführten Verfahren der Ohrenanlegung im Sinne einer Ohrenverkleinerung erweitert werden, wenn der Wunsch besteht. Der Schnitt wird an der Ohrkante (innerer Rand der Helix) gesetzt und der sichelförmige Überschuss entfernt. Die Narbe ist meist kaum zu sehen.

Auch andere Methoden und Varianten, mit denen gute Ergebnisse erzielt werden können, stehen für das Anlegen der Ohren zur Verfügung.

  • Schnittführung: Auch der Zugang von der Vorderseite ist möglich.
  • Knorpel-Schwächung: Die Schwächung des Knorpels durch Raspeln kann bei schwachem Knorpel unterbleiben. Manche Operateure schwächen den Knorpel mit einer rauen Pinzette oder Ritzen Ihn mit einem Skalpell. Bei der letzten Variante besteht eine gewisse Gefahr, dass Stufen sichtbar bleiben, wenn die Skalpellschnitte zu groß sind. Eine weitere Option der Schwächung des Knorpels beim Alegen der Ohren ist das Schleifen. Mit einer feinen Kugelfräse wird der Knorpel von hinten ausgedünnt.
  • Knorpelentfernung: Die Entscheidung für die Entfernung eines spindelförmigen Knorpelanteils an der Ohrmuschelbasis im Rahmen der Ohrenalegung wird unterschiedlich getroffen. Hier ist auf eine besonders akkurate Technik und Naht zu achten, da sonst sichtbare Stufen verbleiben können.
  • Ab und zu wird auch gewünscht, das Anlegen der Ohren mit einer Ohrläppchenkorrektur zu kombinieren. Handelt es sich nur um ein abstehendes Ohrläppchen bei abstehenden Ohren, so kann durch die Entfernung eines spindelförmigen Hautareals auf der Rückseite, die Stellung des Ohrläppchens verbessert werden.
  • Es gibt Techniken der Operation von Abstehohren, die mit sehr kleinen bis fast keinen Schnitten auskommen. Diese werden gern als Faden-Methoden bezeichnet, obwohl Fäden bei allen Techniken benutzt werden. Nähere Infos lesen Sie unter Ohrenkorrektur mit der Fadenmethode.

Fadenmethode: Ohrenkorektur mit Falttechnik

Was bedeutet Fadenmethode bzw. Falttechnik?

Beim Anlegen der Ohren ist die Benutzung von Fäden üblich – sei es zur Fixierung der Ohrform oder für den Hautverschluss. Umgangssprachlich wird der Begriff Fadenmethode gerne für die minimal invasive Anlegung der Ohren verwendet, die ohne oder mit sehr kleinen Hautschnitten auskommt. Diese Methoden sind also narbenlos bzw. narbenarm. In der Fachsprache nennt man diese Techniken Falttechnik. Kaye publizierte als Erster bereits im Jahre 1967 ein narbenarmes Verfahren, auf welchem die späteren sog. Fadenmethoden aufbauten.

Besonderheiten der Methoden:

  • Die Schwellungsphase ist kürzer als bei der klassischen Ohrenkorrektur.
  • In der Regel sind deutlich weniger Schmerzen vorhanden.
  • Ein Ziehen von Fäden ist bei der Fadenmethode weniger schmerzhaft bzw. gar nicht nötig, da die Einstiche nur mit einer Einzelknopfnaht versorgt werden bzw. nur mit einem Pflaster bedeckt bleiben.
  • Es sind je nach der durchgeführten Fadentechnik keine Narben oder nur praktisch nicht sichtbare Mininarben vorhanden.
  • Bei vielen Patienten, die generell Operationen oder die Anästhesie im Sinne von Dämmerschlaf oder gar Narkose scheuen, ist eine bessere Akzeptanz für die gut in örtlicher Betäubung durchführbaren Fadentechnik gegeben.
  • Trotz allem ist die Komplikationsrate mit der offenen Technik vergleichbar.

Für das Ohrenanlegen mit der Fadenmethode gibt es folgende Techniken:

  • Fadenmethode nach Merck (2000):
    Ähnlich wie bei Fritsch werden bei der Fadenmethode nach Merck über Einstiche von vorne und hinten Matratzennähte mit Gore-Tex-Fäden gesetzt. Der Knorpel wird nicht bearbeitet, sondern mit den Fäden fixiert. Dr. Merck führt seine Eingriffe meist in örtlicher Betäubung durch und lässt die Patienten am OP-Tisch mitentscheiden, wie stark das Ohr angelegt werden soll. Gelegentlich werden auch bei der Fadenmethode nach Merck auf der Ohrrückseite feine Fäden zum Hautverschluss an den Einstichstellen verwendet. Diese sind jedoch selbstauflösend. Nach dem Anlegen der Ohren wird kein Verband angelegt, aber für 4 Wochen ein Stirnband zur Nacht empfohlen. Ein Antibiotikum wird für drei Tage gegeben. Eine Nachbehandlung gibt es laut eigener Aussage nicht.
  • Wie funktioniert die Fadenmethode nach Fritsch?
    (1995) Bei der Fadenmethode nach Fritsch werden über kleine Einstiche Matratzennähte platziert, um die Anthelixfalte zu formen. Über separate Einstiche wird auch eine Ohrmuscheldrehung (Concharotation) erreicht. Fritsch bezeichnet seine 1995 veröffentlichte Technik als schnittlose Otoplastik.
  • Die Fadentechnik nach Veccione mit Matratzennähten.
    (1979) Bei dieser Falttechnik bzw. Fadentechnik wird der Knorpel mit Hilfe einer gebogenen Kanüle geschwächt, so dass praktisch keine Hautschnitte, sondern nur Einstiche vorhanden sind. Eine Hautnaht entfällt daher beim Anlegen der Ohren mit dieser Fadenmethode vollständig.
  • Die Fadenmethode nach Kaye ist die älteste Variante.
    (1967) Kaye war der Erste, der eine minimal invasive Methode zum Anlegen der Ohren veröffentlichte. Es handelt sich also gewissermaßen um die erste Beschreibung der sogenannten Fadenmethode.
  • Seine Technik kann wie folgt beschrieben werden: Am hinteren unteren Ende der Ohrmuschel wird geschlitzt, um von hier aus durch die Ritz-Methode (Stenström 1963) den Ohr-Knorpel zu schwächen. Über mehrere Stiche werden Fäden nun so verknotet, dass sie die Anthelixfalte bilden und Ihre Knoten unter der Haut verschwinden.

Detaillierte Informationen zum Ohrenanlegen abstehender Ohren

Es sollte nicht außer Acht gelassen werden, dass die Fadenmethode nur eine Option der operativen Ohrenkorrektur ist und zwar zum Anlegen der Ohren. Der Operateur sollte eine Vielzahl von Techniken kennen, beherrschen und dann je nach Ohren-Befund adäquat anwenden können.

  • Bevor man sich zum operativen Anlegen von abstehenden Ohren entscheidet, sollte man sich ausführlich zu dem Thema informieren. Weitere Infos einschließlich Ablauf, Vor- und Nachbehandlung, Anästhesie, u. v. m. finden Sie in unserem Übersichtsartikel Anlegen der Ohren.
  • Es gibt eine große Anzahl verschiedener Möglichkeiten, abstehende Ohren operativ zu korrigieren. Im Beitrag Ohrkorrektur-Methoden finden Sie eine kleine Übersicht dazu.
  • Übrigens: Beim Säugling ist kurz nach der Geburt eine Ohrkorrektur ohne Operation möglich. Wie das funktioniert, lesen Sie im Text Ohren anlegen ohne Operation.
  • Abstehende Ohren sind hin und wieder mit der sog. Makrotie (zu groß ausgebildete Ohren) assoziiert. Diese Fehlbildung kann, wenn gewünscht, im Rahmen der Operation mit korrigiert werden. Im Artikel Ohrenverkleinerung werden Sie weiter zu diesem speziellen Thema informiert.
  • Wenn die Abstehohren auch mit einer Fehlbildung der Ohrläppchen kombiniert sind, kann zusätzlich eine Ohrläppchenkorrektur erfolgen.

 

 
  • Verband – Nach einer Ohrenkorrektur werden die Ohren z. B. mit Watte modelliert und unter einem zunächst recht großen Ohrverband eingeschlossen. Dieser verbleibt für 1 bis 7 Tage. Er soll den Grad der Schwellung und das Risiko für einen Bluterguss vermindern.
  • Fäden hinter dem Ohr werden nach ca. 2 Wochen, vor dem Ohr nach einer Woche entfernt.
  • Stirnband – Ein Stirnband sollte im Anschluss an die Ohrenkorrektur 2 Wochen lang 24 Stunden am Tag getragen werden. Danach reicht für weitere 3 bis 4 Wochen ein nächtliches Tragen. Bei Kindern ist etwas mehr Strenge gefordert. Hier ist das Tragen einer Mütze zumindest bei kleineren Kindern von Vorteil, weil diese nicht so leicht verrutscht.
  • Sport – Um das Ergebnis der Ohrenkorrektur nicht zu gefährden, sollten Sportarten, bei denen eine Prellung des Ohres nicht auszuschließen ist, für 6 bis 12 Wochen gemieden werden. Dazu gehören Mannschaftssport und Ballsport.
  • Innere Fäden – Auch wenn nach der Ohrenkorrektur die Heilung unauffällig verlaufen ist, können manchmal die inneren Fäden durch die Haut durchscheinen. Auch ein Durchstechen der Haut ist möglich. Dass sie tastbar sind, ist nicht ungewöhnlich. Machen diese Fäden Beschwerden, so können sie ohne Probleme entfernt werden. Zieht man sie zu früh nach der Ohrkorrektur, so ist ein Rezidiv der abstehenden Ohren zu erwarten.

Ohren anlegen bei Segelohren

Dass man abstehende Ohren auch ohne Operation anlegen kann, ist leider nur wenigen Eltern und Hebammen bekannt! Das funktioniert allerdings nur kurz nach der Geburt, da in den ersten Tagen der Ohrknorpel noch weich und gut formbar ist. In dieser Phase kann jeder auch ohne chirurgische Ausbildung die Baby-Ohren anlegen. Rezept: Man nehme ein gut klebendes Pflaster und Kompressen oder anderes weiches Material und fixiere die Ohren in der gewünschten Position. Diese Form der Schienung sollte 4 bis 6 Wochen beibehalten werden.

Die operative Ohrenanlegung vieler Ohren hätte man sich so sicherlich schon sparen können. Der Grund für die gute Verformbarkeit des Ohrknorpels wird dem noch im Körper des Säuglings befindlichen mütterlichen Östrogen (weibliches Geschlechtshormon) zugeschrieben.

Quellen:

  • Ästhetische und Plastische Chirurgie an Nase, Gesicht und Ohrmuschel – Kastenbauer, Tardy – Thieme – Stuttgart 2005
  • Plastische Chirurgie – Krupp – Ecomed – 2008 – (Ringbandwerk)

Ohrenanlegung Komplikationen

Eine chirurgische Weisheit besagt, dass es nur 2 Sorten von Chirurgen gibt, die keine Komplikationen kennen:
Die einen operieren nicht und die anderen sind Lügner.

Ihr Plastischer Chirurg sollte Sie ausführlich über Komplikationen und deren Warnzeichen aufklären, um diese
rechtzeitig erkennen und suffizient behandeln zu können, damit Schlimmeres verhindert werden kann.

Mögliche Komplikationen bei der Ohrenanlegung

Im Folgenden werden die wichtigsten Operationsfolgen und Komplikationen kurz beschrieben, die bei einer Ohrenanlegung auftreten können:

  • Schwellung:
    Nach dem Ohrenanlegen kann es zu mäßigen Schwellungen des Ohres kommen. Um diese zu minimieren sind abschwellende Maßnahmen hilfreich. So sind Kühlen und insbesondere die Oberkörperhochlagerung beim Schlafen und entsprechende abschwellende Medikamente sehr hilfreich.
  • Blutergüsse:
    Die oben beschriebenen Schwellungen nach der Ohrenanlegung sind gel. von blutunterlaufener Haut begleitet. Ein wirklicher Bluterguss, der unter der Unterhaut liegt, ist sehr selten, insbesondere wenn postoperativ ein gut sitzender Druckverband angelegt wird.
  • Blutungen:
    Diese lassen sich durch sorgfältige Blutstillung und abschließende Kompression vermeiden.
  • Hautempfindungsstörungen nach der Ohrenanlegung:
    Eine Verschlechterung des Hautgefühls kann auftreten. Meist ist diese aber reversibel. Wenn der Verband zu stramm sitzt, kann auch durch diesen eine Hautempfindungsstötrung ausgelöst werden.
  • Narbenbildungsstörungen:
    Sogenannte hypertrophe Narben (oder im schlimmeren Falle Keloide) sind im Bereich des Ohres selten. Diese sind, wenn vorhanden, mit speziellen Salben und ggf. Kortisoninjektionen u. a. zu behandeln. Wenn eine starke Störung der Narbenbildung familiär bekannt ist, muss je nach Schweregrad ernsthaft überlegt werden, ob eine Ohrenanlegung überhaupt durchgeführt werden soll.
  • Infektionen:
    Infektionen sind ausgesprochen selten nach Ohranlegungen. Wenn eine Infektion nicht rechtzeitig behandelt werden, kann diese auf den Ohrknorpel übergreifen: Chondritis.
  • Aufreißen der Wunde / Naht:
    Bei der Ohrenanlegung muss sehr auf die Schonung der Naht geachtet werden. Selbst bei einem kleinen Stoß können die feinen Nähte aufreißen. Dieses gilt auch für die nicht sichtbaren Knorpelnähte. Daher ist es sicherer, zum Schutz für einige Wochen ein Stirnband oder für Kinder eine Mütze zu tragen. Insebsondere bei der Ohrenverkleinerung sind die Nähte besonders fragil und daher gut zu schützen.
  • Kosmetisch unbefriedigendes Ergebnis:
    Vor der Ohrenanlegung muss der Wunsch des Patienten vom Operateur verstanden und die Machbarkeit abgeschätzt werden. Wenn aus operativen Gründen oder wegen aufgetretener Komplikationen Unzufriedenheit besteht, bedeutet dieses in der Regel eine erneute Ohrenkorrektur.
  • Auf das Risiko der Narkose / Betäubung wird hier nicht eingegangen.

Kosten für das Anlegen der Ohren

Die Kosten für ein Anlegen der Ohren in Deutschland können stark variieren. Bei der Kalkulation fließen der Umfang der Ohrenkorrektur, die Anästhesieform, ein möglicher Klinikaufenthalt und die Vorstellungen des Plastischen Chirurgen mit ein. Bis zur Einschulung werden die Kosten für die Anlegung der Ohren für abstehende Ohren von den Krankenkassen übernommen. Bei anderen Ohrfehlbildungen mit Krankheitswert ebenfalls. Nach der Einschulung ist es sehr schwer, bei den gesetzlichen Krankenkassen eine Kostenübernahme zu bewirken.

Die Kosten für das Anlegen der Ohren

Die Kosten für das Anlegen der Ohren setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen und liegen in unserem Land bei ca. 1500 – 2500 €. Üblicherweise wird die OP in örtlicher Betäubung mit Dämmerschlaf (200 – 400 €) angeboten. Letzterer ist komfortabler für den Patienten und für den Operateur, aber nicht zwingend erforderlich. Die Vollnarkose, deren Kosten bei 500 – 900 € liegt, ist für Kinder und ängstliche Erwachsene zu empfehlen. Nach der Anlegung der Ohren ist ein stationärer Aufenthalt (zusätzlich 200 – 350 €/Tag) nur selten nötig.

Für genauere Kosten-Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Operateur. Hier können die einzelnen Posten und auch der engültige Gesamtpreis sehr unterschiedlich sein. Wichtig ist, dass Sie eine Kostentransparenz haben, um Überaschungen zu vermeiden.

Hier finden Sie Infos zur Ohrenkorrektur in Düsseldorf.

abstehende Ohren anlegen

Abstehende Ohren gehören zu den Fehlbildungen des Ohres.

Abstehende Ohren, auch Abstehohren genannt, gehören zu den häufigsten Fehlbildungen des äußeren Ohres. Das für abstehende Ohren der Ausdruck Segelohren sehr geläufig ist, verdeutlicht bereits die eigentliche Problematik. Sie sind ein beliebter Angriffspunkt für Hänseleien nicht nur im Kindesalter, sondern auch im Erwachsenenalter. Obwohl keine physischen Beschwerden vorhanden sind, kann der psychische Stress unserer Kleinen enorm belastend sein und deren Charakter auch für spätere Zeiten prägen.

Der Fachbegriff für abstehende Ohren lautet Apostasis otum oder Otapostasis. Sie gehören zu den leichten Fehlbildungen der Ohrmuschel. Der Mediziner spricht von einer Dysplasie I. Grades. Abstehende Ohren treten familiär gehäuft auf.

Es existieren ungefähre Messwerte, um den Grad des Abstehens eines Ohres zu definieren. Der Winkel zwischen Ohrmuschel und Schädelknochen (Mastoid) kann bestimmt werden. Bei abstehenden Ohren liegt dieser Winkel häufig über 30°. Weiterhin wird der Abstand zwischen der Ohrmuschel und dem Schädelknochen gemessen. Bei abstehenden Ohren ist dieser in der Regel größer als 2 cm.

Welche Formen von Abstehohren gibt es?

Abstehohren können einseitig auftreten oder asymmetrisch angelegt sein. Meist kommen abstehende Ohren durch eine nicht oder wenig ausgebildete Mittelohrfalte (Anthelix) zur Geltung. Sie können aber auch durch eine recht groß ausgebildete Basis der Ohrmuschel (Concha) abstehen, bei normaler Mittelohrfalte. Eine Kombination der beiden genannten Veränderungen ist häufig. Auch können sie mit anderen Ohrfehlbildungen (Tassenohr, Darwinhöcker, …) kombiniert sein.

Wann sollten abstehende Ohren angelegt werden?

Die Meinungen der Operateure sind hier nicht ganz einheitlich. Die Empfehlungen liegen meist bei einem Alter zwischen 4 und 6 Jahren, also vor der Einschulung. So soll derberen Schulhänseleien vorgebeugt werden.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für das Anlegen abstehender Ohren?

Ob die Krankenkasse die Kosten der Anlegung von Abstehohren übernimmt, hängt meist vom Alter ab. Bis zur Einschulung gibt es diesbezüglich keine großen Probleme. Danach wird die Kostenerstattung allerdings immer schwieriger. Benötigt ein Kind, welches die ersten Schuljahre „schadlos“ überstanden hat, eine solche Operation nicht mehr? Im Erwachsenenalter ist eine Kostenübernahme ziemlich aussichtslos. Im Einzelnen entscheiden jedoch die Ärzte des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen über den Krankheitswert abstehender Ohren (leider nicht immer zum Vorteil der Patienten).

Detaillierte Informationen zum Anlegen von Abstehohren

  • Bevor man sich zum operativen Anlegen von Abstehohren entscheidet, sollte man sich ausführlich zu dem Thema informieren. Weitere Informationen einschließlich Ablauf, Vor- und Nachbehandlung, Anästhesie, u.v.m. erfahren Sie in unserem Übersichtsbeitrag Ohrenkorrektur.
  • Es gibt eine große Anzahl verschiedener Möglichkeiten, abstehende Ohren operativ zu korrigieren. Im Beitrag Ohrkorrektur-Methoden finden Sie eine kleine Übersicht dazu.
  • Auch ist es möglich, abstehende Ohren zu korrigieren, ohne diese zu operieren. Jedoch ist dieses an ganz strenge Voraussetzungen gekoppelt. Weiteres dazu finden Sie im Beitrag Ohren anlegen ohne Operation.
  • Es gibt Techniken der Operation von Abstehohren, die mit sehr kleinen bis fast keinen Schnitten auskommen. Diese werden gern als Faden-Methoden bezeichnet, obwohl Fäden bei allen Techniken benutzt werden. Nähere Infos lesen Sie unter Ohrenkorrektur mit der Fadenmethode.
  • Abstehende Ohren sind hin und wieder mit der sog. Makrotie (zu groß ausgebildete Ohren) assoziiert. Diese Fehlbildung kann, wenn gewünscht, im Rahmen der Operation mit korrigiert werden. Im Artikel Ohrenverkleinerung werden Sie weiter zu diesem speziellen Thema informiert.
  • Wenn die Abstehohren auch mit einer Fehlbildung der Ohrläppchen kombiniert sind, kann zusätzlich eine Ohrläppchenkorrektur erfolgen.

Quellen:

  • Plastic Surgery – Grabb & Smith – Lippinkott Williams & Wilkins – Philadelphia USA – 2007
  • Plastische Chirurgie – Krupp – Ecomed – 2008 – (Ringbandwerk)