Ganglion an der Hand, am Handgelenk

Ganglion: typische Überbein-Lokalisation am Handgelenk
Dies ist die typische Lokalisation für das Ganglion an der Handgelenk-Beugeseite. Hier steht es oft in enger anatomischer Beziehung zur großen Handschlagader (A. radialis). Am häufigsten tritt es allerdings auf der Handgelenk-Streckseite auf. 

Jetzt Termin vereinbaren

YUVEO KLINIK

Kaiserswerther Str. 119
40474 Düsseldorf

info@YUVEO.de
T 0211 24790940
F 0211 24790949
Mo-Fr 10.00-18.00 Uhr

Das Ganglion, im Volksmund Überbein genannt, ist eine zystenförmige Geschwulst. Sie tritt sehr häufig an der Hand auf und ist auch am Fuß zu finden. Das Ganglion ist gutartig und hat eine enge anatomische Beziehung zur Gelenkhaut (Synovia), Gelenkkapsel oder zur Sehnenscheide. Selten kann ein Überbein seinen Ursprung auch im Knochen haben und verursacht dann vermehrt Schmerzen. Daher sollten bei Schmerzen zur Sicherheit Röntgenaufnahmen angefertigt werden. Gehäuft ist das Überbein der Hand an der Handgelenk-Streckseite anzutreffen. Hier ist die Gelenkkapsel, durch stärkere Dehnung bei der Beugung, einer höheren Belastung ausgesetzt. Die eigentliche Ursache ist jedoch nicht bekannt. Da es zahlreiche andere Geschwülste (Gicht-, Rheumaknoten, Lipome, bösartige Tumore, …) an der Hand gibt, sollte eine ärztliche Untersuchung erfolgen.

Das Ganglion entsteht meist durch eine Ausstülpung der Gelenkkapsel. Aber auch eine blasenartige Auftreibung der Sehnenscheide kann ausschlaggebend sein. Typischerweise ist bei der Operation ein gallertiger Inhalt zu finden, der von der Gelenkhaut (Synovia) umgeben ist. Auch beim Sehnenscheidenganglion ist der Inhalt gallertig.

Zunächst ist eine Schwellung, ein kleinerer „Knubbel“, sichtbar, dessen Größe sich verändern kann. Bewegungsschmerzen, die ab und zu mit einer Bewegungseinschränkung einhergehen, sind nicht immer vorhanden. Ist das Überbein in Nervennähe lokalisiert, können Gefühlsstörungen auftreten. Dieses geschieht auch manchmal ohne direkten Bezug zum Ganglion durch Weichteilverdrängung. In den meisten Fällen sind jedoch keine Beschwerden zu verzeichnen.

Gelenkpunktat in Spritze
5 ml Ganglion-Punktat. Typischer unauffälliger Aspekt der Gelenkflüssigkeit.

Das Ganglion ist harmlos. Ist es erst ungefähr 3 Monate lang und ohne Beschwerden vorhanden, kann zunächst abgewartet werden. Ein operativer Eingriff sollte nur bei Beschwerden oder bei deutlicher kosmetischer Beeinträchtigung durchgeführt werden. In Bezug auf eine Ganglion-Punktion liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Wiederauftreten bei über 50 %. Bei einem kleinen Überbein kann dennoch ein Versuch mittels Punktion und ggf. mit anschließender Injektion von Kortison versucht werden, um die Bildung von Gelenkschmiere zu unterdrücken.

Die Variationsbreite der Ganglion-Operation ist groß. Bei kleineren Befunden kann die Operation in örtlicher Betäubung erfolgen und ist harmlos. Größere Ganglien müssen hingegen in iv. Regionalanästhesie (Armbetäubung) oder sogar in Vollnarkose durchgeführt werden. Bei der Operation ist es wichtig, das Überbein so zu präparieren, dass der Stiel sichtbar wird. Dieser stellt eine Verbindung zum Gelenk dar. Die sich ansammelnde Gelenkflüssigkeit (Synovia) gelangt über diesen Gang in das Ganglion. Während der OP muss der Ganglionstiel stabil unterbunden und vernäht werden, damit die Gelenkflüssigkeit / Gelenkschmiere nicht wieder nach außen gelangt.

Um einem Rezidiv nach einer Operation vorzubeugen, sollte mit einer Gipsschiene bis zum Abschluss der Wundheilung ruhiggestellt werden.

Überbein-Operation

Sie sehen ein kastaniengroßes Handgelenksganglion in typischer Lokalisation auf der Handgelenk-Streckseite. Die Zyste ist hier bereits eröffnet. Gut zu erkennen ist die innere weißliche Schicht, die Gelenkkapsel.

Ringbandganglion
5 mm großes Sehnenscheiden-Überbein (unterer Pfeil) am Ringband in Nähe der Basis des Kleinfingers. Das weißliche Gewebe über dem Ganglion ist das Ringband (oberer Pfeil).

Ein Ganglion, das für den Untersucher ohne weitere Diagnostik unsichtbar (okkult) ist, ist ein okkultes Ganglion.
Im Vordergrund stehen zunächst die Schmerzen am Handgelenk, welche mit langer Ruhigstellung und mit Medikamenten und anderem behandelt werden – aber ohne Erfolg. Erst ein MRT (Kernspin-Tomographie), welches die Weichteile gut darstellt, fördert dann das Ganglion zu Tage. Dieses kann manchmal nur erbsengroß oder linsengroß sein, ist aber Verursacher der Beschwerden. Bei lang anhaltenden Handgelenksschmerzen sollte u.a. auch an ein Überbein gedacht werden.

okkultes ueberbein-ganglionDas Ganglion ist so groß wie eine halbe Erbse und sitzt direkt an den Handwurzelknochen. Das MRT wurde wegen chronischer Handgelenksschmerzen angefertigt.