Anatomie der Strecksehnenfächer

Durch die Strecksehnenfächer der Hand laufen die Sehnenscheiden des Handrückens.

In der Hauptbelastungszone im Bereich des Handrückens haben sich Sehnenscheiden entwickelt, die Gleitflüssigkeit (Synovia) bilden, um das Gleiten der Strecksehnen zu erleichtern. Diese Sehnenscheiden laufen am Handrücken durch sogenannte Strecksehnenfächer. Die 6 Sehnenfächer dienen ähnlich den Ringbändern auf der Beugeseite der Finger im Wesentlichen der Fixierung und Leitung der Sehnen um die Kraftübertragung zu verbessern. Strecksehnenfächer bestehen aus derben festen Faserzügen die sich an den Knochen der Handwurzel und an Elle und Speiche anheften. Die durchlaufenden Sehnen gehören zu den Streckern der Unterarmmuskeln.

Das folgende Bild veranschaulicht die Anatomie am Handrücken und zeigt die Beziehung der Strecksehnen zu den Strecksehnenfächern der Hand:

Strecksehnenfächer: Sehnenfächer der Hand

Das erste Sehnenfach

Durch das erste Sehnenfach laufen zwei Sehnen: Die Sehne des M. extensor pollicis brevis (kleiner Daumenstrecker) und des M. abductor pollicis longus (langer Abspreizer des Daumens).

Handchirurgisch hat dieses Sehnenfach eine besondere Bedeutung, da hier die Ausbildung eine Sehnenscheidenentzündung nicht selten ist. Die Entzündung führt hier zu einer Einengung des Sehnengleitgewebes und der Sehne im 1. Strecksehnenfach und somit zur Tendovaginitis de Quervain, auch Hausfrauendaumen genannt, mit entsprechenden Symptomen. Muß diese Erkrankung operiert werden, so ist zu bedenken, dass das erste Sehnenfach in einigen Fällen zweigeteilt ist. Somit müssen beide Anteile durchtrennt werden, sonst ist ein Rezidiv vorprogrammiert.

Diese spezielle Form der Sehnenscheidenentzündung kann prinzipiell an allen Strecksehnenfächern auftreten, sie ist jedoch am 1. Sehnenfach am häufigsten anzutreffen.