Schlundmuskulatur

Die Rachenmuskeln können in Schlundschnürer und Schlundheber eingeteilt werden.

Seitansicht der Schlundmuskulatur: Schlundschürer

Schlundmuskulatur – Rachenmuskeln

Die Schlundmuskulatur kann in 2 Gruppen eingeteilt werden:

Die Schlundmuskulatur, Rachenmuskulatur (med: Pharynxmuskulatur) nimmt beim Schluckakt eine wichtige Funktion ein, wenngleich viele weitere Muskeln daran beteiligt sind (einen sog. ‚Schluckmuskel‘ gibt es nicht). Sie unterstützt durch Heben des Rachens den Verschluss des Kehlkopfes, um das Eindringen von Nahrung in die Luftröhre zu verhindern. Weiterhin ist die Schlundmuskulatur maßgeblich an dem Transport des Bissens vom Rachen in die Speiseröhre verantwortlich.

Bild: Schlundmuskulatur in der Seitenansicht.

  • 1, M. constrictor pharyngis superior
  • 2, M. constrictor pharyngis medius
  • 3, M. constrictor pharyngis inferior
  • 5, M. stylopharyngeus

 

  • a, Oberkiefer
  • b, Mundschließmuskel (M. orbicularis oris)
  • c, Backenmuskel (M. buccinator)
  • d, Unterkiefer
  • e, Zungenbein (Os hyoideum)
  • f, Schildknorpel
  • g, M. Cricothyreoideus -Ringkorpel-Schilddrüsenmuskel
  • h, Ringknorpel (Cartilago cricoidea)
  • i, 1. Luftröhrenknorpel
  • j, Speiseröhre
  • k, Raphe pterygomandibularis
  • l, Griffelfortsatz (Processus styloideus)

Schlundschnürer

Die Schlundschnürer sind großflächige, flache Muskeln, deren Fasern fächerförmig angeordnet sind.

  • Funktion: Verengung des Schlundes (Pharynx) beim Schlucken; unterstützen aber auch die Schlundhebung und -Verkürzung
  • Ansatz: Die Schlundschnürer setzten an der Raphe pharyngis an. Diese ist ein sehnenartiger Strang an der Rachenhinterwand, welcher am Hinterhauptsbein (Tuberculum pharyngeum) fixiert ist.

1, M. constrictor pharyngis superior – oberer Schlundschnürer

  • Ursprung:
    • a, Pars pterygopharyngea: Lamina medialis des Processus pterygoideus, Hamulus pterygoideus
    • b, Pars buccopharyngea: Raphe pterygomandibularis (k auf dem Bild)
    • c, Pars mylopharyngea: am Unterkiefer (Linea mylohyoidea)
    • d, Pars glossopharyngea: Wurzel der Zunge (Radix linguae), Mundschleimhaut
  • Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

2, M. constrictor pharyngis medius – mittlerer Schlundschürer

  • Ursprung:
    • a, Pars chondropharyngea: kleines Zungenbein-Horn
    • b, Pars ceratopharyngea: großes Zungenbeinhorn
    • c, Pars tracheopharyngea: 1. Knorpelring der Luftröhre (Cartilago trachealis)
  • Innervation: Plexus pharyngealis (N. XI, X)

3, M. constrictor pharyngis inferior – unterer Schlundschürer

  • Ursprung:
    • a, Pars thyropharyngea: Schildknorpel-Seitenfläche des Kehlkopfes
    • b, cricopharyngea: Ringknorpel des Kehlkopfes (Cartilago cricoidea)
  • Ansatz: gegenseitige Durchflechtung
  • Innervation: N. vagus (X)

Schlundheber

Im Vergleich zu den Schlundschürern sind die Schlundheber relativ kleine, schwache Muskeln.

  • Funktion: Heben den Schlund (Pharynx) und Kehlkopf
  • Innervation: N. glossopharyngeus (IX)

4, M. palatopharyngeus

  • Ursprung: Aponeurosis palatina, Hamulus pterygoideus
  • Ansatz: Schildknkorpel und Raphe pharyngis

5, M. stylopharyngeus

  • Ursprung: Griffelfortsatz (Processus styloideus)
  • Ansatz: Schildknorpel und Tunica submucosa pharyngis

6, M. salpingopharyngeus

  • Ursprung: Knorpel der Ohrtrompete (Tuba auditoria)
  • Ansatz: Seitenwand des Rachens

Literatur

  • Atlas der Anatomie des Menschen – Sobotta – Urban und Fischer – 2 Bände – München, Jena 2000
  • Operationsatlas Handchirurgie – Pechlaner – Thieme – Stuttgart 1998
  • Anatomie des Menschen – Lehrbuch und Atlas – Rauber / Kopsch – Thieme – 4 Bände – 1987
  • Anatomy of the Human Body – Henry Gray – Lea & Febiger