Dupuytren’sche Kontraktur

dupuytrensche Kontraktur Grad IV

Bild: Dupuytren Erkrankung mit Dupuytren’scher Kontraktur Grad 4 des Klein- und Ringfingers.

Was ist eine Dupuytren’sche Kontraktur?

Die dupuytrensche Kontraktur wird oft im gleichen Atemzug mit dem Morbus Dupuytren bzw. der Dupuytren’schen Erkrankung genannt. Die meisten Handchirurgen lehnen dies aber ab. Es handelt sich nämlich vielmehr nur um ein Symptom bzw. Befund des M. Dupuytren, da Kontraktur eine Beugefehlstellung der betroffenen Finger bedeutet. Die Erkrankung macht sich im Anfangsstadium aber nur durch Verhärtungen und Knoten (dupuytren’sche Knoten) meist der Handflächen bemerkbar. Von einer Beugefehlstellung ist dann noch nichts zu sehen und der Begriff Kontraktur schlicht falsch. Später können sich diese Stränge narbenähnlich verkürzen, und zur Einschränkung der Streckfähigkeit der Finger führen. Hier kann man dann von einer Kontraktur, also dupuytrenschen Kontraktur, sprechen.

Bild: Hier sehen sie einen Dupuytren’schen Strang mit beginnender Kontraktur.

 

Dupuytrenscher Strang ohne Kontraktur

 

Die Operation der isolierten Dupuytren’schen Kontraktur.

 

Bevor eine Verkrümmung auftritt, kann man durch Dehnübungen versuchen dem Strang entgegenzuwirken. Bei weiterem Fortschritt sind die Stränge so fest, wie Drahtseile. Eine dupuytrensche Kontraktur kann daher nicht aufgedehnt werden.

 

  • Strangdurchtrennung:
    Eine isolierte dupuytren’sche Kontraktur (Dupuytrenscher Strang) kann man in örtlicher Betäubung operieren. Dabei wird ein ca. 1cm großer Schnitt gemacht, der Strang unter Sicht durchtrennt und das, was an verändertem Gewebe mitgefasst werden kann entfernt. Postoperativ sind intensive Streckübungen wichtig.
  • Nadelfasziotomie, Fibrosenperforation:
    Die dupuytrensche Kontraktur kann auch bei der Nadelfasziotomie, auch Fibrosenperforation genannt, in örtlicher Betäubung behandelt werden. Hier wird mit einer Nadel oder einem sehr feinen Messerchen durch die Haut gestochen und der dupuytrensche Strang meist an mehreren Stellen durchtrennt. Danach wird der Finger kraftvoll gestreckt, wodurch die restlichen Fasern zerrissen (perforiert) werden. Dieses geschieht allerdings nicht unter Sicht. Deshalb ist bei ungewöhnlichen Nervenverläufen eine Nervenverletzung häufiger. Was zur permanenten Taubheit in dem betroffenen Bereich führt. Bei der dupuytrenschen Kontraktur können sich Nerven auch sekundär um den Strang wickeln, was bei der Fibrosenperforation nicht gesehen werden kann. Selbst die teils sehr eng am Strang liegenden Beugesehnen können ab und zu verletzt werden. Jedoch ist dies die ideale Behandlung für die Dupuytrensche Kontraktur bei Patienten, welche die deutlich aufwendigere Operation scheuen, oder schwerwiegende Nebenerkrankungen haben. Auch nach der Fibrosenperforation sind postoperativ Streckübungen wichtig.
  • Strangentfernung:
    Die Strangentfernung für die Dupuytren’sche Kontraktur bedeutet eine komplette Entfernung des Stranges. Hier sind größere Schnitte nötig, als bei den og. kleinen Operationen. Allerdings kann das Erkrankte Gewebe weitaus vollständiger entfernt werden. Die Prinzipien werden unter Dupuytren Erkrankung beschrieben.

Quellen:

  • Dupuytren ’s Desease – Tubiana, Leclercq, Hurst, Badalmente, Mackin -Informa HealthCare; 1 edition – 2000
  • Morbus Dupuytren: Ein chirurgisches Therapiekonzept – Brenner, Ghazi, Rayan, Millesi – Springer – Wien 2003
  • Green’s Operative Handsurgery – Green, Hotchkiss, Pederson, Wolfe – Elsevier Churchill Livingstone – Fifth Edition
  • Operationsatlas Handchirurgie – Pechlaner – Thieme -Stuttgart 1998